Kopflausbefall (pediculi capitis)
Selbst das renommierte Robert- Koch- Institut hat sich in der letzten
Ausgabe dieses Themas angenommen. Tatsächlich haben wir wohl in ganz Deutschland
dieses Jahr besonders intensiv mit dem Problem des Läusebefalls insbesondere bei
Kindergarten- weniger bei Schulkindern zu tun.
Der Lebenszyklus der Kopflaus verläuft in drei Stadien: Ei- Larve bzw
Nymphe- reife Laus. Die Eier werden Nissen genannt, sie heften sich nahe des
Haaransatzes an die Kopfhaare, sind dort schlecht abzustreifen. Aus Eiern, die
etwa bis zu einem cm von der Kopfhaut entfernt sind, können etwa nach einer Woche Larven werden. Nach etwa 10 Tagen werden diese
geschlechtsreif. Nissen nahe der Kopfhaut signalisieren also vorerst nur, dass
nach einer Woche von diesen die Gefahr eines erneuten Läusebefalls ausgehen
kann: Deswegen auch Behandlungswiederholung nach 8- 10 Tagen!
Ohne auf die Beschreibung der Laus bzw der Kopflaus einzugehen, soll vor
allem die vorbeugenden Maßnahmen und die Maßnahmen im Krankheitsfall
beschrieben werden.
bei festgestelltem Kopflausbefall:
- sofortige Behandlung mit einem zugelassenen Mittel und die Wiederholung
nach 8-10 Tagen
- die Untersuchung und ggf. Behandlung aller Kontaktpersonen in Familie,
Kindereinrichtungen, Schulen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen
- Reinigungs- und Entwesungsmaßnahmen im Umfeld d.h. zu empfehlen sind:
eine gründliche Reinigung von Kämmen, Haar - und Kleiderbürsten
- das Wechseln von Handtüchern, Leib- und Bettwäsche und Waschen bei
mindestens 6o Grad C
- die Reinigung von Wohn- und Schlafräumen (Bodenbelag, Teppich, Polstermöbel)
mit einem Staubsauger; eine antiparasitäre Behandlung der Oberbekleidung (einschließlich
Kopfbedeckungen und Schals) durch eines der folgenden Verfahren:
- Waschen bei mindestens 60 Grad C,
- Einsprühen mit einem dafür
geeigneten Präparat
(z.B. mit Jacutin N, vor Wiederbenutzung reinigen),
- Lagerung in einem gut schließbaren Plastikbeutel für 2 Wochen
(dadurch werden
Läuse abgetötet und die später noch
schlüpfenden Larven ausgehungert).
- die Anwendung warmer trockener Luft (mindestens 45 Grad C für 60 Minuten) oder das Einbringen in Kälteboxen
bei -10° C bis - 20 Grad C über einen Tag (geeignet für Kleidungsstücke,
Perücken und Gegenstände).
- Entwesung (schreckliches Wort! Anm.des Autors) durch Fachkräfte.
zitiert aus dem Epidemiologischen Bulletin des Robert- Koch- Institus vom 21.November
2003/ Nr.47