Antibiotika 2.Teil


Tuberkulose; Malaria | Streptokokken |

Nun, diesem Artikel ist auch von ärztlicher Seite nicht viel hinzuzufügen.
Nur, dass natürlich die Wissenschaftler optimistischer sind, was neue Strategien gegen hartnäckige und resistente Erreger anbelangt. Aber wir kennen ja den langen und frustrierenden Kampf gegen das AIDS-Virus (wenngleich kein Bakterium), den die Wissenschaft seit gut 10 Jahren austrägt und noch immer nicht den entscheidenden therapeutisch erfolgreichen Durchbruch erzielt hat. Aber zweifelsohne sind die Behandlungserfolge heute nicht mehr vergleichbar mit denen vor 10 Jahren. Also werden die Erfolge sich einstellen!
Im übrigen sind diese zähen und hart errungenen Erfolge bei der Bekämpfung von Bakterien und Viren ein einziges Plädoyer für das Entwickeln von Impfungen,
weil dadurch körpereigene Abwehrkräfte entwickelt werden und so den Organismus für diese Erkrankungen immun machen. Bei Bakterien scheint das besonders schwierig zu sein, aber der Erfolg bei der Hämophilus- Influenzae- Infektion bestätigt den effektiveren Weg einer Impfung.
Die Tuberkulose und auch die Malaria stellen für die wissenschaftlichen Labors eine große Herausforderung dar. Erstere, weil zunehmend Resistenzen gegen die bisherigen Antibiotika sich ausgebildet haben und die Tuberkulose sich wieder ausbreitet: einmal bei den immungeschwächten AIDS-Patienten einen guten Nährboden antreffen, aber auch, wie eingangs erwähnt, bei allen sozial schlechteren Bevölkerungsschichten einen fruchtbaren Boden zur Vermehrung finden.
Röntgen Es gibt zwar eine Impfung gegen Tuberkulose. Diese wurde bis vor etwa 15/20 Jahren bei neugeborenen Kindern routinemäßig an fast allen deutschen Entbindungsabteilungen durchgeführt (sogenannte BCG-I mpfung- nach den französischen Forschern Calmette- Guérin benannt). Sie wurde aber in den meisten Bundesländern abgeschafft, da man wusste, dass diese Impfung eine tuberkulöse Infektion nicht verhinderte, sondern lediglich die schwersten tuberkulösen Komplikationen wie z.B. die Hirnhautentzündung vermied. Diese Impfung war also nicht effektiv genug, sie rief außerdem auch z.T. starke lokale Reaktionen an der Impfstelle und den benachbarten Lymphknoten hervor, die bis zur eitrig-tuberkulösen Einschmelzung in die Umgebung führen konnte. Diese Abszessbildungen mussten dann nicht selten chirurgisch entfernt, teils sogar tuberkulostatisch - also mit Tuberkulose-Antibiotika  behandelt werden.
Irreführend war auch die Interpretation der sogenannten Tuberkulosetests, die bei Kindergartenuntersuchungen, Berufseinstellungen und anderen Gelegenheiten gefordert werden. Eine Tuberkuloseimpfung bewirkt, dass die später durchgeführte Tuberkulosetestung (mittels eines Stempeltests) eine positive Reaktion auf der Haut hinterlässt. Diese wird aber in etwa im Laufe von 8-12 Jahren negativ, da die Tuberkuloseimpfung in ihrer Wirkung nachlässt.
Bei einem Jugendlichen beispielsweise, der eine Lehre antreten wollte und noch eine positive Reaktion auf den TBC-sTest zeigte, wurde dann häufig doch noch die Lunge geröntgt, weil man sich nicht sicher sein konnte: Handelt es sich noch um eine Reaktion auf die lange zurückliegende Impfung oder ist es vielleicht doch schon eine Neuinfektion mit dem Tuberkelbazillus? Also durchaus eine etwas problematische Situation. Zumal ist bekannt, dass die Verabreichung der Impfung, die streng intracutan zu verabreichen ist, nicht einfach zu bewerkstelligen ist und es durchaus Impfungen gab, die nicht "angegangen" waren. Lungenbild
Aus diesem Grunde wird in Deutschland nur noch ganz selten diese BCG -Impfung durchgeführt. Heute sind es noch Risikogruppen wie Kinder von Angestellten, die in Heilstätten beschäftigt sind oder aber Kinder, in deren Haushalt Personen mit behandelter oder auch ausgeheilter Tuberkulose leben. - Im übrigen werden heute keine Stempeltests bzw TBC- Pflaster zum Auffinden einer Tuberkulose durchgeführt (früher bei Kindergartenuntersuchungen obligat), da diese zu ungenau sind. Heute werden intracutane Testungen (d.h. verdünnte Lösungen mit Tuberkelbazillen) benutzt, um tuberkulöse Erkrankungen aufzuspüren.
Aufgrund der Brisanz der neuen Tuberkuloseinfektionsgefahr und der inzwischen problematischer gewordenen Behandlung sind erneute Anstrengungen zu erwarten, eine wirksamere Impfung zu schaffen.
Resistente Keime werden mehr und mehr auch bei der Malaria angetroffen, ein sehr viel aktuelleres Problem mit jährlich Millionen von Todesfällen, auch hier wird fieberhaft nach einer Impfung geforscht.