Eine seltsame Seuche brach unter den Kannibalen Neugineas im letzten Jahrhundert aus: Die Menschenfresser kicherten idiotisch, torkelten und zitterten am ganzen Leib, der Geist verfiel in raschem Tempo. Innerhalb weniger Monate verstarben die Erkrankten aus dem Fore- Stamm. Mehr als 2 500 Menschen wurden in diesem Steinzeitvolk im Regenwald der pazifischen Insel dahingerafft. Heute erinnert man sich wieder an diese seltsame Erkrankung namens "Kuru", was in der Sprache der Einheimischen so viel wie "der lachende Tod" bedeutete. Erst ab 1957, nachdem die Territorialherren die Menschenfresserei unterband, verebbte die Epidemie.
Die Fore aßen aus rituellen Gründen die Gehirne ihrer infizierten Toten und steckten sich dadurch an.
Das primitive Eingeborenenvolk aß die Gehirne ihrer Verstorbenen, die Europäer verzehren BSE-kranke Rinder. Eng verwandt ist auch die Natur des Erregers. "Kuru" und vCJK werden durch infektiöse Eiweißmoleküle, so genannten Prionen, übertragen.
Dabei ist die Inkubationszeit dieser Eingeborenenerkrankung extrem lange. Selbst 40 Jahre nach dem Verzehrsverbot von Menschenfleich sind immer wieder "Kuru"- Kranke aufgetreten. Wenn man dieses Phänomen auf die vCJK überträgt, sind die jetzigen Erkrankungen in England und Frankreich erst die Vorboten einer sich in den nächsten Jahren ja Jahrzehnten ausbreitenden schleichenden Epidemie.

zitiert: Der Spiegel vom 20.11.00 "der lachende Tod der Menschenfresser."

 

B S E

Zunehmende Häufigkeit der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob- Krankheit (vCJK) in England

Die bovine spongiöse Enzephalopathie wurde bei Kühen erstmals im Jahre 1986 diagnostiziert. Bis 1999 erkrankten in England über 173 000 Tiere am sogenannten "Rinderwahnsinn". Nach dem Verbot der Verfütterung von Tiermehl ging die Häufigkeit zurück. Im Jahre 1998 wurden noch insgesamt 279 Fälle auch in anderen europäischen Staaten bekannt.
Die Übertragung der Krankheit auf den Menschen durch Verzehr infizierten Fleisches wird diskutiert, der Beweis ist nur indirekt aus einer Indizienkette zu erbringen. Diese Kette wird jedoch zunehmend dichter. Es vermehren sich Hinweise, die das Auftreten einer sogenannten Creutzfeldt-Jakob Variante mit dem Verzehr infizierten Rindfleisches in Zusammenhang gebracht haben. Als erstes musste man erwarten, dass diese Erkrankung vor allem in England zuerst auftreten würde. Tatsächlich starben in England im Jahre 1996 seit Beginn der offiziellen Erhebung insgesamt 39 Menschen, im letzten Quartal 1998 bereits 9 Menschen. Da eine langjährige Inkubationszeit bei dieser Erkrankung zu erwarten ist, wird sich dieser Trend noch einige Jahre fortsetzen und so der Zusammenhang mit dem Verzehr verseuchten Rinderfleisches nicht mehr zu leugnen sein. Im Gehirn der an dieser Erkrankung verstorbenen Menschen wurden "Prionen" gefunden, die mit bei den mit BSE erkrankten Rindern identisch waren.

Die Creuzfeldt-Jakob Erkrankung ist eine seltene sporadisch auftretende neurodegenerative Erkrankung, die erst im späteren Lebensalter auftrat und zu schweren neurologischen Spärtschäden führte. Die neue Variante befällt sehr viel jüngere Menschen, und endet meistens mit dem Tode.

Für die Kinderheilkunde ist diese schwere Erkrankung im Moment nicht aktuell, wirft aber schlaglichtartig Fragen und Probleme auf, die mit Gewinnmaximierung, Tiermasthaltung und diversen Konservierungsmaßnahmen zu tun haben und so zu einer durchaus allgemeinen gesundheitsbedrohenden Gefahr werden kann. Die in jüngster Zeit veröffentlichten Vergiftungserscheinungen von Coca Cola- Flaschen scheinen ebenfalls in diese Richtung zu deuten.

Da sind sie also schon! Die von Menschen selbst hervorgerufenen neuen Gesundheitsgefahren, die eine Bedrohung unseres täglichen Lebens darstellen. Aber der Bogen läßt sich hier natürlich weiter spannen: von der Krankmachung der Bevölkerung durch fragwürdige Manipulationen des Menschen selbst bis hin zur Zerstörung des eigenen Lebensraumes

Quelle: Hipp-Literaturservice für Paediater.

Chronologie:

  • April 1985: Der Veterinär Colin Withacker wird von einem Bauern in der südenglischen Grafschaft Kent zu einer nervösen und aggressiven Kuh gerufen. Der erste bekannte Fall von Rinderwahnsinn.
  • November 1986: Erstmals wird BSE diagnostiziert. Die Krankheit verursacht schwammartige Löcher im Rinderhirn.
  • Juni 1987: Die Regierung in Großbritannien wird jetzt erst über BSE informiert.
  • Juli 1988: Tiermehl darf in Großbritannien nicht mehr an Widerkäuer verfüttert werden.
  • Februar 1989: Ein von der Regierung berufenes Expertenkomitee, die Southwood-Arbeitsgruppe gibt bekannt, dass "es höchst unwahrscheinlich ist, dass BSE Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben wird". Falls doch, seien die Folgen "sehr ernst".
  • 1990: Erstes Auftreten von BSE in Frankreich (später werden auch in Irland, Portugal und in der Schweiz BSE-Fälle bekannt).
  • März 1990: Die EU verhängt ein Exportverbot für britisches Rinder, die älter als 6 Monate sind.
  • 1995: Drei Menschen sterben an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.
  • 27.März 1996: Exportverbot für Rinder und Rinderprodukte aus Großbritannien in die EU.
  • 1996: Versuche bestätigen, dass BSE von der Mutterkuh auf das Kalb übertragbar ist.
  • 1997: Die Labour-Regierung setzt einen BSE-Untersuchungsausschuss ein.
  • November 1998: Exportverbot für portugiesisches Rindfleisch.
  • August 1999 (Brüssel): Das Embargo für britisches Rindfleisch fällt. Deutschland und Frankreich halten jedoch vorerst an ihren nationalen Importverboten fest.
  • November 1999: Britisches Rindfleisch wird als solches gekennzeichnet.
  • 2. Dezember 2000: Die Bundesregierung Deutschlands verbietet das Verfüttern von Tiermehl an Rinder, Schweinen, Ziegen, Schafe und Geflügel. Bei Rindern, die 30 Monate alt sind, muss ein BSE- Test durchgeführt werden.
  • 5.Dezember 2000: Die EU erhebt ab 1.1.2001 ein Tiermehlverfütterungsverbot für vorerst 6 Monate.

Erneut ist das Problem BSE und Creutzfeld- Jakob- Erkrankung in die Schlagzeilen geraten. In Großbritannien sind am Wochenende zwei neue Todesfälle bekanntgeworden: ein 14- jähriges Mädchen und ein 74- jähriger Mann starben an der Folgen der menschlichen Variante der Rinderseuche BSE. Bekannt geworden ist auch, dass in England 7 Personen, die später an dieser Erkrankung litten, vorher Blut gespendet haben. Es ist nicht auszuschließen, dass eine Übertragung auch über das Blut möglich ist. Professor Hans Kretzschmar, Professor für Neuropathologie an der Ludwig- Maximilians- Universität in München mahnt zur Vorsicht bei Blutspendern, die längere Zeit in England gelebt haben.

Die Krankheit kann im Blut nicht nachgewiesen werden, der Nachweis gelingt lediglich über eine Autopsie.

In den USA, Kanada und Australien dürfen Personen, die in den Jahren 1980 und 1996 in England lebten, kein Blut spenden. In Deutschland gelten starke Beschränkungen für Medikamente, für deren Produktion Rinderprodukte verwendet werden. Blutprodukte aus England dürfen seit 1997 nicht mehr importiert werden. In England hatte ja die Firma Medeva bei der Herstellung von Polio- Schluckimpfungen Rinderprodukte benutzt und mit der Rückrufaktion sehr lange gezögert. In Deutschland wurde dieser Impfstoff nie benutzt, außerdem ist seit 1999 ja die Schluckimpfung gegen Polio zugunsten der Totimpfung verlassen worden. - Trotzdem, allemal Munition für Impfgegner!

zitiert: Süddeutsche Zeitg 31.10.2000  


Inzwischen ist es um die BSE- Frage still geworden. Es mehren sich Stimmen, die das damalige Vorgehen von Politikern und Wissenschaftlern im Jahre 2000 als unangemessen ansehen..s. Deutsches Ärzteblatt Ende April 2002