Komplikationen bei MMR- Impfungen
Seit 1982 wurde in Finnland ein nationales Masern- Mumps- Röteln- Impfprogramm eingeführt.
Bis zum heutigen Tag wurden alle Komplikationen registriert und analysiert.
Dabei traten 173 ernsthafte Komplikationen auf, d.h. Ereignisse in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung,
die lebensbedrohlich waren (z.B. Anaphylaxie), eine chronische Krankheit auslösten (z.B. rheumatische Erkrankung, diabetes mellitus)
oder einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machten. Geimpft wurden bisher 3,5 Millionen Impfdosen. 78 ernsthafte Zwischenfälle (45%), darunter ein Todesfall, waren nicht auf die Impfung zurückzuführen.
Aus den 95 höchstwahrscheinlich durch die Impfung bedingten Zwischenfällen errechnet sich eine Häufigkeit ernsthafter Komplikationen von 3,2 auf 100 000 Impfungen. Häufigste Komplikation waren Fieberkrämpfe.
Bei insgesamt 268 von 1,5 Millionen Impflingen (1,7 zu 10 000) wurden darüber hinaus leichtere Symptome wie Temperaturanstieg, Exanthem, Unruhe, Schnupfen, Husten, Lymphknotenschwellungen u.a. registriert, deren ursächlicher
Zusammenhang zur Impfung nicht weiter analysiert wurde.
Das Impfziel, die Ausrottung der Viren, wurde erreicht. Seit 1997 gibt es in Finnland keinen einzigen Fall von Mumps, Masern oder Röteln mehr.
Komplikationen pro 100 000 MMR-Impfungen
- Anaphylaxie 0,5
- Urtikaria 0,8
- Asthmaattacke 0,2
- Schönlein- Henoch Purpura 0,03
- Stevens- Johnson Syndrom 0,03
- Pneumonie 0,2
- Orchitis 0,03
- Fieberkrampf 0,9
- andere zerebrale Anfälle 0,1
- Enzephalitis 0,1
- Guillan- Barré- Syndrom 0,2
- passagere Gangstörung 0,2
Wir Impfärzte müssen also die impfwilligen Eltern mit diesen Zahlen der möglichen Impfkomplikationen konfrontieren.
Auch wenn manche Komplikationen sicher auch impfunabhängig aufgetreten sein könnten, ist im Moment von einer Komplikationsrate von 3 auf 100 000 Impfungen auszugehen.
Diesen möglichen Impfnebenwirkungen stehen die hundertfach höhere Komplikationsrate von Wildinfektionen gegenüber:
- Masernenzephalitis 35 zu 100 000
- Mumps- Meningoenzephalitis 150 zu 100 000
- Rötelnenzephalitis 12,5 zu 100 000
In Finnland gibt es also seit gut 4 Jahren keine Masern- keine Mumps- und keine Röteln- Erkrankung mehr. Also
müssen ungeimpfte Finnlandreisende sich auch bewusst sein, dass die Erkrankungen dort nicht mehr sicher und schnell erkannt werden.
Ein schlimmes Beispiel: hier...
zitiert aus Literaturservice für den
Pädiater (Prof. Spranger, Universitätskinderklinik Mainz)
|