Die Pest ...


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... ist eine akute Infektionserkrankung, die, wenn sie nicht sofort behandelt wird, häufig tödlich endet. Die Erkrankung wird übertragen von Flöhen, insbesondere Rattenflöhen. Aber auch eine Übertragung von infiziertem Fleisch ist möglich. Der Kontakt von infizierten Tiergeweben mit Hautwunden, Nagetierbissen sowie als Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch und Katze sind möglich, wenn eine Rachenentzündung bzw eine durch die Pest verursachte Lungenentzündung vorliegen.
Drei Krankheitsbilder treten auf:

Bubonenpest (Beulenpest)

Innerhalb von 2 Wochen (durchschnittlich 3 - 6 Tagen) nach dem Flohstich entwickelt sich in der Gegend des Stichs eine schmerzhafte Lymphknotenschwellung (Bubo), die bevorzugt in der Leistengegend, aber auch am Hals und in der Achselhöhle entstehen kann. Der Furunkel  kann sich eitrig verändern und nach außen aufbrechen. In diesem Fall kann dieser "Pestfurunkel" spontan verheilen. Wenn aber die Entzündung die benachbarten Gebiete erreicht, kann es zur Einschmelzung des Furunkels, zur Blutaussaat kommen. Daraus resultieren Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen und Blutvergiftung ("Sepsis"). Etwa 75% der Pest- Fälle zeigen diese Bubonenpest. Unbehandelt sterben etwa die Hälfte der infizierten Erkrankten.

Lungenpest

Nach Inhalation von Pestbakterien kommt es innerhalb von Stunden bis zu 2 Tagen zu einer akuten Lungenentzündung mit hohem Fieber, Atemnot und Blutauswurf. Ohne Behandlung sterben die Infizierten fast alle. Menschen (und auch Katzen) können durch Tröpfcheninfektion die Infektion weitergeben. Diese Form von Lungenpest findet man in etwa bei 4- 10 Prozent aller gemeldeten Pestkranken.

Pestsepsis

Wie immer bei einer schweren Blutvergiftung kommt es zu Fieber, Schock und zu starker Gerinnungsstörung, zu Haut- und Organblutungen. Diese nach dem Tode weiter sichtbaren schweren Hautblutungen haben im Mittelalter zu dem dafür gebräuchlichen Namen "Schwarzer Tod" geführt. Die Letalität (tödlicher Ausgang) bei dieser schwersten Form von Pest liegt trotz antibiotischer Behandlung immer noch zwischen 15 und 30%. Die Sepsis tritt in 15 bis % der Pestfälle auf.

Ätiologie (Herkunft der Erkrankung)

Der Erreger ist ein unbewegliches, nicht sporenbildendes, gramnegatives, kokkenähnliches Stäbchen, welches relativ temperaturunempfindlich ist und daher eine Vermehrung im Floh und im Warmblüter erlaubt.

Vorkommen

Weltweit bei über 200 Nagetieren wird dieses Bakterium gefunden (Ratten, Eichhörnchen, Bären, Katzen und Hunde. Über 80 verschiedene Flöhe können diese Bakterien übertragen. Die von Blutmahlzeiten abhängige Flöhe nehmen bei einem entsprechenden Erregerbefall des Wirtstieres die Yersinien auf, die den Darm besiedeln und ausgeschieden werden. Im Flohkot können die Yersinien lange überdauern und aus dem Erdreich wieder aufgenommen werden. Die Yersinien haben die Fähigkeit, das aufgenommene Blut im Magen des Floh zu zersetzen, es kommt zu einer Darmblockade, was zum vermehrten Saugen des hungernden Flohs führt. Der Mageninhalt wird herausgewürgt, der Floh stirbt nach wenigen Tagen.

Endemiegebiete

sind seit neuestem Indien, auch ländliche Staaten im Südwesten der USA, in Südamerike (Peru und Ecuador), in Afrika südlich der Sahara (Tansania, Mozambique) in Asien (China und Mongolei), auch in Vietnam.

inhaltlich entnommen aus der 3. Auflage des "DGPI" (Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie)