Übergewicht bei Kindern durch Softdrinks
Der Konsum zuckergesüßter Getränke durch Kinder steht im Zusammenhang mit der Entwicklung Dafür wurden 548 elf- und zwölfjährige Schüler in 4 Gemeinden in Massachusetts 19 Monate lang untersucht. Der gewohnheitsmäßige Konsum von Limonaden und Säften sowie Veränderungen im Trinkverhalten fanden signifikante Entsprechungen sowohl in der Häufigkeit von Übergewicht als auch im Körpermassenindex. Dieser Zusammenhang erwies sich als unabhängig von anthrometrischen und demographischen Variablen sowie weiteren Einflussgrößen wie Geschlecht, sexueller Reife, sonstiger Ernährung oder Lebensstil. Für Diätprodukte mit künstlichen Süßungsmitteln war ein solcher Zusammenhang nicht nachweisbar. Exzessives Übergewicht gilt der Studie zufolge als das mittlerweise häufigste pädiatrische Problem in den USA. Nach einer Veröffentlichung zitierten amtlichen Erhebung hat sich das Vorkommen von Übergewicht bei Kindern dort innerhalb von 15 Jahren verdoppelt. Parallel dazu stieg nach Angaben des US-Department of Agriculture der Softdrink-Verbrauch in den letzten Jahren um fast 500 Prozent(!). Die Autoren machen für die schon lange vermutete, aber wiederholt in Abrede gestellte Verbindungen zwischen Saftgenuss und kindlicher Korpulenz einen ernährungsphysiologischen Adaptionsmechanismus verantwortlich. Sie zitieren eine Metaanalyse, wonach ein Übermaß an kalorienhaltigen Getränken- anders als bei fester Nahrung - im Körper keine kompensatorische Reduktion der Nahrungszufuhr induziert. Deutsches Ärzteblatt Heft 15, 13. April 2001 |