Neue Impfempfehlungen der STIKO (Juli 2001)

kurz zusammengefasst (ausführlich: Epidemiologisches Builletin vom 20.Juli 2001)


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2. MMR -Impfung früher impfen!

Seit ein bis zwei Jahren schon bei Kinderärzten bekannt und auch befolgt. Da etwa 5 % der Kinder bei der Erstimpfung nicht auf die MMR- Impfung ansprechen, wird seit längerem die zweite MMR- Impfung offiziell propagiert, im alten Impfplan noch im Alter zwischen 5 und 6 Jahren angegeben. Um die Impflücke schneller zu schließen, sollte frühestens 4 Wochen nach der ersten, auf jeden Fall früher als bisher die zweite MMR- Impfung aufgefrischt werden. Insbesondere, wenn der Aufenthalt in Kinderkrippe oder Kindergarten ansteht.

Riegelungsimpfung:

Wenn Masern, Mumps oder Röteln ausgebrochen sind, kann in den ersten drei Tagen nach mutmaßlicher Ansteckung die MMR- Impfung (wenn noch nicht geimpft) durchgeführt werden. Gleiches gilt für die Windpocken. Wenn ein Erwachsener sich die Windpockem nicht "holen" will und diese als Kind nicht gehabt hat, kann man in den ersten drei Tagen nach Ansteckung sich noch gegen Windpocken impfen lassen.

Pneumokokkenimpfung:

Ab vollendeten 2. Lebensmonat wird die neue Pneumokokkenimpfung bei Kindern mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung empfohlen:

  • angeborene oder erworbene Immundefekte
  • bei fehlender Milz, bei Sichelzellanämie, Krankheiten der blutbildenden Organe, Krebserkrankungen,
  • HIV- Infektion (AIDS), Zustand nach Knochenmarkstransplantation
  • chronische Erkrankungen wie z.B. Herz- Kreislauf- Erkrankungen, Krankheiten der Atmungsorgane, Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselerkrankungen, Niereninsuffizienz/ nephrotischesSyndrom, Liquorfistel.
  • vor Organtransplantation und vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie (z.B. Zytostatika)

Diese Empfehlung galt bisher bereits für die über 2- jährigen Kinder und für die Erwachsenen.

Neu hinzugekommen sind:

  • Frühgeborenen (< 38.Schwangerschaftswoche)
  • Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht (< 2500 g)
  • Säuglinge und Kinder mit Gedeihstörungen oder neurologischen Krankheiten (z.B. Zerebralparese oder Anfallsleiden)

Windpocken- Impfung:

Die bisherigen Richtlinien gelten weiter:

Geimpft werden sollten Kinder mit Leukämien, Tumoren, Immunschwäche, Neurodermitis sowie deren Angehörige.

Ausgeweitet wird dieser Personenkreis auch auf Erwachsene mit diesen Grunderkrankungen, wenn sie bisher keine Windpockeninfektion durchgemacht haben.

Neu aufgenommen wurden auch Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren, die bisher von den Windpocken verschont wurden. 1. verlaufen die Windpocken in diesem Alter (und später) häufig besonders schwer 2. würde man dann auch das Problem der möglichen Windpockeninfektion in der Schwangerschaft lösen.

Die Pertussis- Impfung

wird generell empfohlen (ähnlich wie bei MMR) für das Personal in Pädiatrie und Infektionsmedizin sowie in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter. Dies gilt gleichermaßen für die Varizellenimpfung, wenn die Windpocken noch nicht durchgemacht wurden.

Die Meningokokken- Impfung

sollte bei besonders gefährdeten Kindern und Erwachsenen durchgeführt werden. Es gibt zur Zeit nur den Impfstoff gegen Meningokokken der Gruppe C (etwa 20% der Meningokokken- Infektionen) Bei besonderer Exposition:

  • Reisende in Länder, in denen diese Erkrankungen epidemieartig auftreten können (z.B. Südamerika)
  • Reisende vor einer Pilgerreise nach Saudi-Arabien
  • Schüler/ Studenten vor Langzeitaufenthalten in Länder mit empfohlener allgemeiner Impfung
  • gefährdetes Laborpersonal

Bei den jedes Jahr auftretenden örtlich begrenzten Meningokokken- Infektionen wird lediglich die rasche Chemoprophylaxe mit Rifampicin oder einem anderen geeigneten Antibiotikum empfohlen. Die Impfung gegen Meningokokken gilt nicht als Vorbeugung bzw Inkubationsimpfung (wie z.B. bei MMR und Varizellen).