Alice in Wonderland- syndromeAffektkrampf | Infektkrampf | Absencen | Rolandi Epilepsie | Jugendlicher Ikterus | Bettnässen | Alice in Wonderland syndrome | Kawasaki- Syndrom | Hämangiome im Kindesalter (PDF- Datei) | Haltungsschaden bei Kindern und Jugendlichen (PDF- Datei) | Streifenförmige Dermatosen (PDF- Datei) | Lewis Caroll schreibt in seinem Märchen bzw seiner Novelle: Alice in Wonderland - Alice im Wunderland - über Halluzinationen oder Phantasien... "Was für ein komisches Gefühl!"
sagte Alice. "Ich gehe gewiß zu wie ein Teleskop." Und
so war es in der That: jetzt war sie nur noch zehn Zoll hoch, und ihr Gesicht
leuchtete bei dem Gedanken, daß sie nun die rechte Höhe habe, um durch die
kleine Thür in den schönen Garten zu gehen. Doch erst wartete sie einige
Minuten, ob sie noch mehr einschrumpfen werde. Sie war einigermaßen ängstlich;
"denn es könnte damit aufhören," sagte Alice zu sich selbst,
"daß ich ganz ausginge, wie ein Licht. Mich wundert, wie ich dann aussähe?"
Und sie versuchte sich vorzustellen, wie die Flamme von einem Lichte aussieht,
wenn das Licht ausgeblasen ist; aber sie konnte sich nicht erinnern, dies je
gesehen zu haben... ..Von medizinischer Seite wird vermutet, dass der Autor selbst an unten aufgeführten Symptomen litt und diese während dieser Episoden zu Papier gebracht hatte. "Alice in Wonderland syndrome"bezeichnet eine Epilepsie (Anfallsleiden), bei der typischerweise anatomische Veränderungen in der seitlichen und hinteren Gehirnregion gefunden werden. Das herausragende Symptom ist eine Metamorphiopsie (= Sehstörung, bei der das Objekt in Form, Farbe u./oder Größe verändert oder verzerrt wahrgenommen wird), wie sie im Märchen "Alice im Wunderland" so eindrucksvoll beschrieben wird.Neben Störungen der lichtbrechenden Strukturen des Auges, bei
Akkommodationsstörung, Choroiditis, Netzhautablösung, Makuladegeneration In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "neuropediatrics 2002, 53-55: "Alice in Wonderland Syndrome:a Clinical Representation of Frontal Lobe Epilepsy" von: P.J.G.Zwijnenburg, J.M.B.Wennink, D.M.Laman, W.H.J.P. Linssen wird über ein 9- jähriges Mädchen berichtet, welches immer gesund war und keine bezüglich epileptischer Anfälle verdächtige Familienanamnese bot. Lediglich eine Tante der Patientin leidet an Migräne. Folgende Symptome: nach einer Sportstunde in der Schule klagte das Mädchen
über starke Kopfschmerzen, es war desorientiert, lief ziellos herum und
zeigte eine beschleunigte Atmung. Dauer dieser Episode etwa eine Stunde.
Verdachtsdiagnose: Hyperventilationstetanie. Neurologische Durchuntersuchung bis zur Kernspintomographie, die Befunde waren normal. Im EEG zeigte sich jedoch ein auffallender Befund: rechts frontal sah man vereinzelt Krampfspitzen, so dass die Diagnose Epilepsie gestellt wurde und ein antikonvulsives Medikament mit Erfolg verabreicht wurde. Diese führte zur Beendigung dieser anfallsartigen Halluzinationen; ein zwischenzeitliches Aussetzen des Medikaments während der Ferien führte zu einem Rückfall dieser bedrohlichen Zustände.
"Metamorphopsia" ist ein herausragendes, charakteristisches Kennzeichen von Halluzinationen, denen verschiedenste Ursachen zu Grunde liegen können. Eine dieser wenig bekannten Ursachen ist das "Alice in Wonderland syndrome", eine Sonderform der "benign partial epilepsy with occipital paroxysms", die im zitierten Fall - anatomisch außergewöhnlich - EEG- Veränderungen im Frontallappen (=Stirn) aufwies. |
[29.5.02]