FieberkrampfAffektkrampf | Infektkrampf | Absencen | Rolandi Epilepsie | Jugendlicher Ikterus | Bettnässen | Alice in Wonderland syndrome | Kawasaki- Syndrom | Hämangiome im Kindesalter (PDF- Datei) | Haltungsschaden bei Kindern und Jugendlichen (PDF- Datei) | Streifenförmige Dermatosen (PDF- Datei) | Die Fieberkrämpfe kommen im Kindesalter relativ häufig vor. Man bezeichnet sie auch als Infektkrämpfe, Okkasions- bzw. Gelegenheitskrämpfe. Im Volksmund werden sie auch "Fraisen", "Gichter" bzw. "Zahnkrämpfe" genannt. Unter Fieberkrämpfen werden alle Krampfanfälle verstanden, die bei
älteren Säuglingen und Kleinkindern im Rahmen von Fieber oder eines
extracerebralen (extracerebral=außerhalb des Gehirns gelegen) Infektes
auftreten. Diese Krämpfe kennzeichnen eine Besonderheit des kindlichen
Gehirns. Jenseits des Kleinkindesalters etwa ab dem 5. Lebensjahr sind sie in
der Regel verschwunden. Die Häufigkeit wird mit 2 bis 2,5 Prozent angegeben,
betroffen sind überwiegend Kinder im 2. und 3. Lebensjahr, seltener
Säuglinge und ältere Kleinkinder über 4 Jahren. Etwa 70 Prozent der Kinder
haben ihren ersten Fieberkrampf vor dem 2. Geburtstag. 30-50% der Kinder
bekommen lediglich einen Fieberkrampf, aber typischer ist das mehrmalige
Auftreten dieser Anfälle. Es ist auch nicht unbedingt die Höhe des Fieber ausschlaggebend, vielleicht
eher das Tempo des Fieberanstiegs. Aber nicht selten steht eher der Infekt und
weniger das Fieber im Vordergrund. Sonst aber ist ein Fieberkrampf ein hochdramatisches Krankheitsbild, welches eine unvorbereitete Familie wie einen todbringenden Schicksalsschlag ereilt. Es ist wie ein richtiger epileptischer Anfall mit Bewußtlosigkeit, Blauwerden im Gesicht, Verdrehen der Augen, Verkrampfen der Gliedmaßenmuskulatur und anschließendem ruckweisen Schlagen derselben (=tonisch-klonischer Krampfanfall). Dieser Anfall dauert etwa 2 bis 3 Minuten, nicht selten aber auch 15 Minuten, ja auch manchmal über eine halbe Stunde. Hinterher sind die Kinder müde und erschöpft, schlafen ein. Aber sie sind danach wieder ganz klar, als wäre nichts geschehen. Je nach Schwere und Dauer des Anfalls variiert aber die Erholungsphase entsprechend. Selten gibt es auch Anfälle, die nur auf einer Seite des Körpers sich zeigen (Halbseitenkrampf), die unter Umständen auch nach dem Anfall mit einer kurzzeitigen Schwäche einhergehen kann. Manchmal sind sie aber auch so kurz, daß sie von einer starken Fieberreaktion mit Muskelzittern und deliriumähnlichem Zustand nicht sicher zu unterscheiden sind. Die Behandlung ist wie bei einem echten epileptischen Anfall: Schnelles
Beheben des Krampfes durch medikamentöse Gabe eines krampflösenden Mittels
wie beispielsweise Diazepam (Valium), welches intravenös verabreicht werden
muß. Bei bekanntem Fieberkrampfleiden wird den Eltern vom behandelnden
Kinderarzt meist eine Diazepam-Rectiole mitgegeben. Bei wiederholten Auftreten
wird man die Krankenhausaufnahme sich ersparen können, vorausgesetzt der
Krampfanfall hört auf. Beim ersten Fieberkrampf müssen natürlich
schwerwiegendere ("intrazerebrale") Erkrankungen wie Meningitis
(=Hirnhautentzündung), Enzephalitis (=Hirnentzündung) ausgeschlossen werden. Trotzdem gilt: Ein Fieberkrampf wird zwar von den Eltern als ein sehr beängstigendes und im Moment lebensbedrohliches Ereignis erlebt, ist aber bei sonst gesunden Kindern eine harmlose Besonderheit des kindlichen Gehirns und bleibt in aller Regel für den Patienten ohne Folgeschäden. |