Ikterus juvenilis intermittens Gilbert- MeulengrachtAffektkrampf | Infektkrampf | Absencen | Rolandi Epilepsie | Jugendlicher Ikterus | Bettnässen | Alice in Wonderland syndrome | Kawasaki- Syndrom | Hämangiome im Kindesalter (PDF- Datei) | Haltungsschaden bei Kindern und Jugendlichen (PDF- Datei) | Streifenförmige Dermatosen (PDF- Datei) | oder idiopathische unkonjugierte Hyperbilirubinämie bzw. konstitutionelle hepatische Dysfunktion: sind für medizinische Verhältnisse sehr blumige und ausführliche Bezeichnungen für ein Krankheitsbild, welches harmlos ist und bei dessen Kenntnis dem Träger dieser anatomischen Besonderheit viele Untersuchungen erspart werden können. Es handelt sich um eine gutartige, chronische oder intermittierende (= unregelmäßig auftretend) Hyperbilirubinämie, also Gelbsucht, die sich besonders in den Skleren (= Lederhaut) der Augen bemerkbar macht. Das männliche Geschlecht ist etwa 3-4 mal häufiger betroffen, die Häufigkeit in der Bevölkerung wird mit 3- 8,6% angegeben. Meistens erfolgt die Diagnosestellung im Kindes- oder Jugendalter, erfolgt zum Teil auch zufällig. Diese Erkrankung tritt in Schüben auf, die gelblich verfärbten Augen fallen der Umwelt als erstes auf. Die Kinder/Jugendlichen sind dabei meist misslaunig, fühlen sich nicht wohl, klagen über Müdigkeit, Bauchschmerzen und Übelkeit. Leichtere Infekte aber auch länger dauerndes Fasten sowie psychische und physische Belastungenn können auslösend für den kurzzeitigen Ausbruch dieser Erkrankung sein. Die jugendlichen Träger werden eher als intellektuell geschildert. Neben Kalorienmangel scheint eine Fettreduktion eine wesentliche Rolle zu spielen. Wird eine kalorienarme und fettarme Diät eingehalten, kann es zum Anstieg des gelben Farbstoffs im Blut kommen. Es wird angenommen, dass ein in der Leber vorhandenes gelbstoffabbauendes Ferment (= UDP-Glucoronyltransferase) nicht genügend produziert wird. Natürlich müssen entzündungsbedingte Erkrankungen der Leber ausgeschlossen werden. Bei Leberentzündungen wird ja der Stuhl hell und der Urin dunkel, bei dieser Erkrankung bleiben Stuhl und Urin in Bechaffenheit und Farbe unverändert. Auch die Leberfermente sowie eventuelle Entzündungszeichen im Blut fehlen gänzlich. Ganz isoliert ist bei diesen Patienten das indirekte (=konjugierte) Bilirubin erhöht. Eine Behandlung ist nicht nötig. Längere Fastenzeiten sind zu vermeiden. |