Impfungen - Kritische Fragen


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Immer wieder werden grundsätzliche Fragen zum Wert oder Unwert von Impfungen gestellt. Gleichzeitig werden gelegentlich Ängste oder Befürchtungen  geäußert. Verständlich, wenn man an die teilweise unverantwortlichen Veröffentlichungen im Fernsehen und der Regenbogenpresse denkt. Leider sind auch Ärzte, die sich als "Impfexperten" ausgeben, gelegentlich an solchen Falschmeldungen beteiligt. 

Deshalb hier unsere Antworten zu häufig geäußerten Fragen.

  • Ist Impfen oder Nichtimpfen eine "Glaubensfrage"?
Eindeutig nein. Der Wert von Impfungen ist nicht nur wissenschaftlich, sondern durch millionenfache Erfolge bei der Ausrottung und Bekämpfung lebensbedrohlicher Erkrankungen in der ganzen Welt belegt. Gegen viele gefährliche Erkrankungen sind Impfungen die einzig wirksame Waffe.
  • Wäre es für das Immunsystem nicht besser, Krankheiten selbst durchzumachen? 
Nein, es ist nicht besser. Warum soll man das Risiko einer gefährlichen Erkrankung eingehen? Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung, Hirnhautentzündung... sind schließlich todbringende Erkrankungen! Sie durchzumachen, bringt keinen Vorteil, sondern nur unnötige Gefahren. Das Immunsystem entwickelt sich durch die vielen harmlosen fieberhaften Infekte (im Durchschnitt 10 pro Jahr), die das Kind in den ersten Lebensjahren ohnehin durchmacht.
  • Ist das Kind im 3.Monat nicht zu klein für die ersten Impfungen?
Nein, denn mit 3 Monaten endet der natürliche Nestschutz, den das Kind von der Mutter 
mitbekommen hat. Deshalb muß so früh wie möglich gegen folgenschwere Erkrankungen ein Schutz aufgebaut werden. Das Kind und sein Immunsystem ist in diesem Alter nicht empfindlicher als später. Es baut sein Gedächtnis durch die Auseinandersetzung mit Krankheitserregern auf. Mit Impfungen bewirken wir genau dasselbe. Es werden also natürliche Vorgänge in Gang gesetzt. In der Regel werden Sie Ihrem Kind die von uns empfohlenen Impfungen nicht anmerken.
  • Werden durch Impfungen Allergien verursacht, wie Asthma und  Neurodermitis ?
 Nein, Impfungen verursachen keine solche Erkrankungen. Es kann in seltenen Fällen allenfalls vorkommen, daß eine bestehende allergische Erkrankung aktiviert wird. Deshalb sollte ein Abklingen von akuten Erkankungsschüben abgewartet werden, bevor geimpft wird. Es kann durch die Impfung aber auch eine Verbesserung solcher Krankheiten eintreten. Meist ist es jedoch so, daß die Impfung den Zustand z.B.einer Neurodermitis in keiner Weise beeinflußt. 

Es ist also nicht so, daß man  mit einer Impfung die eine Krankheit gegen eine andere eintauscht. Solche Darstellungen sind falsch und unverantwortlich.

  • Warum soll man gegen "harmlose Kinderkrankheiten" wie Masern, Mumps oder Röteln impfen? 
An Masern sind in Deutschland 1996 10 ungeimpfte Kinder gestorben. Und pro Jahr kommen ca. 50 Kinder zur Welt, die durch eine Rötelnerkrankung der Mutter schwer behindert sind. Wir impfen also gegen Krankheiten, die schwere Verläufe (bis hin zum Tod) oder bleibende Schäden bewirken können. Die Wahrscheinlichkeit, durch Masern eine Gehirnentzündung durchzumachen, ist 1 zu 1.000! Die Impfung dagegen birgt ein Risiko von ca. 1 zu 1 Million.  Wir impfen also nicht gegen harmlose Krankheiten. Ihre Gefahren geraten aber leicht in Vergessenheit.  Je weniger Kinder geimpft werden, um so größer wird das Risiko einer Erkrankung mit ihren Komplikationen. 
  • Ist es belastend, wenn gleichzeitig gegen mehrere Krankheiten geimpft  wird? 
Nein, denn jeder Schnupfen, jede kleine Schürfwunde ist Eintrittspforte für etliche Viren und Bakterien. Unser Körper ist es Tag für Tag gewohnt, sich mit mehreren Krankheitserregern gleichzeitig auseinander zusetzen. Kombinationsimpfungen (d.h. abgeschwächte Erreger oder ihre Inhaltstoffe) sind deshalb nichts Besonderes. Unserer Erfahrung nach sind die neuen Kombinations- Impfstoffe verträglicher als die einzelnen Komponenten. 
  • Wann sollte man ein Kind nicht impfen lassen? 
Bei Fieber (über 38 °C) und bei schweren bakteriellen Entzündungen (z.B. Bronchitis, Mittelohrentzündung...) oder in unklaren Situationen (z.B. Kontakt mit Windpocken) verschieben wir die Impfung um 2 Wochen. Kein Hinderungsgrund ist dagegen ein Infekt der oberen Luftwege. Um dies richtig einschätzen zu können, wird jedes Kind bei uns vor der Impfung untersucht. 
  • Mit welchen Nebenwirkungen und Risiken muss man bei einer Impfung rechnen? 
Das Risiko, durch eine der empfohlenen Impfungen schwer zu erkranken oder eine bleibende Schädigung davonzutragen, ist kleiner 1 zu 1 Million, aber nicht Null. Häufiger, aber für das Kind nicht gefährlich, sind lokale Reaktionen (Rötung, Schwellung, leichte Schmerzen an der Einstichstelle) oder leichtes Fieber (um 38.5 °C). 

Und bedenken Sie bitte: Nicht jede Veränderung am Kind nach einer Impfung, ist auf die Impfung zurückzuführen. Harmlose Impfreaktionen treten kurze Zeit (bis zu 24 Stunden) danach auf, bei einer Masernimpfung evtl. nach einer Woche. 

Nach vorliegenden Untersuchungsergebnissen können übrigens auch Kinder mit einer Hühnereiweiß-Allergie ohne erhöhtes Risiko gegen Masern geimpft werden.