Das 3-Tage-Fieber ...


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..kommt bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Ende des 2. Lebensjahres sehr häufig vor. Die Kinder fiebern hoch, oft zwischen 39 und 40 Grad, auch darüber. Der Allgemeinzustand ist aber meist wenig beeinträchtigt und das hohe Fieber ist mit Fiebermitteln gut zu beherrschen. Husten und Schnupfen sind untypisch, ganz im Vordergrund steht das hohe Fieber. Nach drei manchmal auch vier Tagen entfiebert das Kind. Bei der Entfieberung tritt typischerweise dann ein Hautausschlag auf, der eng aneinanderstehende flächig und leicht erhabene Flecken, die teils ineinanderlaufen, zeigt. Dieser Ausschlag kann etwas jucken und die Kinder sind noch etwas quengelig, aber das Fieber bleibt verschwunden.
Das z.T. sehr hohe Fieber ist für den Laien beängstigend. Nicht ganz selten kommt es im Rahmen dieses hochfieberhaften Virusinfektes auch zu Fieberkrämpfen. Da Krämpfe ein Symptom einer Hirnhautentzündung sein können, muß das Kind in die Klinik eingewiesen werden. Erfreulicherweise sind die Hirnhautentzündungen dank der HIB-Impfung, die ja früher etwa 40% aller kindlichen Hirnhautentzündungen ausmachten, deutlich zurückgegangen, sodaß bei diesen Kindern unter klinischer Beobachtung auch auf eine Lumbalpunktion (Entnahme der Rückenmarksflüssigkeit) verzichtet werden kann. Auch an eine Harnwegsinfektion muß gedacht werden, die dann natürlich einer antibiotischen Behandlung zugeführt werden muß.
Das exanthema subitum (3-Tage-Fieber) hat keine ganz klar definierte Inkubationszeit. Man spricht von 3-7 Tagen, manchmal sind es aber auch bis zu 17 Tagen. Die Ansteckungsgefahr ist nicht sehr groß, trotzdem kann die Infektion in Familien -sehr selten- gehäuft auftreten. Sie hinterläßt wahrscheinlich eine lebenslange Immunität.
Wir beobachten aber immer wieder Kinder, die Fiebererkrankungen mit nachfolgendem Ausschlag mehrmals erlitten haben. Hierzu muss man einfach wissen, dass jede Viruserkrankung mit einem Hautausschlag einhergehen kann, beim 3-Tage-Fieber in typischerweise am Ende des hohen Fiebers, bei anderen Viruserkrankungen auch während des Fiebers (z.B. Masern). Ganz typisch sind auch Virusexantheme bei vorher nicht vorausgegangenen Krankheitszeichen. Erst das genaue Befragen des Arztes fördert dann doch zutage, dass das Kind in den vorangegangenen Tagen keinen richtigen Appetit mehr hatte, besonders anhänglich und weinerlich sich verhielt und besonders quengelig war. Und dann erscheint der Ausschlag und wir wissen, dass eine Virusinfektion durchgemacht wurde.
Man wird korrekterweise diese Erkrankung dann nicht als 3-Tage-Fieber bezeichnen dürfen, denn hier fehlt das hohe Fieber. Aber oft ist es notwendig von einer "Art" 3-Tage-Fieber zu reden, da auch hier wenige Tage des Unwohlseins vorangehen und der Hautausschlag virusbedingt derselbe ist. Auch für die uninformierten Mutter ist das 3-Tage-Fieber inzwischen ein Begriff und gilt inzwischen fast schon als eine typische Kinderkrankheit.
Natürlich kommen solche Infekte auch im späteren Kindesalter vor, auch im Erwachsenenalter sind sie nicht unbekannt. Man wird hier von unklaren Virusinfekten sprechen. Die klarer definierten Virusinfektionen wie Röteln und Masern sind ja durch - wenn auch noch nicht ausreichend systematisch durchgeführt - Impfungen recht selten geworden.