Ehrlichiose ...
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..ist eine ebenfalls durch Zecken übertragene aber seltene Erkrankung, die
ähnlich wie die Borreliose in vielen Gegenden Europa's auftreten kann und
auch in Deutschland vorkommt. Sie ist ebenfalls eine bakterielle Infektion und
somit einer antibiotischen Behandlung zugängig. Die Ehrlichien
sind bereits seit 1940 als Krankheitserreger in der Tiermedizin
bekannt. Insbesondere bei Wiederkäuern kam es zu fieberhaften Erkrankungen
mit Verminderung der weißen Blutkörperchen (sogen. Leukopenie), zu Aborten (
=Fruchtabgang) und zu verminderter Milchproduktion. Zu Ehren von
Paul Ehrlich (1854 - 1915) der unter anderem wichtige
bakteriologische Färbemethoden beschrieb, wurden diese Mikrobakterien Ehrlichien
genannt.
Bei Menschen ist dieser Infektionsweg von Zecken auf den Menschen erst seit
1986 bekannt. Die ersten Beschreibungen kommen aus den USA, inzwischen sind
auch in europäischen Ländern Fälle von Ehrlichiose gemeldet worden. Die
Bakterien nisten sich in den Blutzellen (Monozyten und Leukozyten) ein und können
zu schweren akuten oder chronischen Krankheitszuständen mit Fieber, Schüttelfrost,
Kopfschmerzen und Gliederschmerzen sowie Gelenksentzündungen, Nieren- und
Leberschäden führen.
Ehrlichiosen
gehören zu den "neu
aufgetretenen Infektionskrankheiten" ("emerging infectiuos diseases"),
die auf Grund der Nichtanzüchtbarkeit mit klassischen mikrobiologischen
Verfahren bisher selten diagnostiziert wurden.
Bei Untersuchungen von Zecken waren etwa 1- bis 4 Prozent mit Ehrlichien
infiziert, etwa um das Zehnfache höher betrug der Prozentsatz mit Borrelien.
Aber nur etwa 1 Zehntel der untersuchten Zecken waren mit dem FSME- Virus
infiziert.
Das klinische Bild kann sehr variieren: Die meisten Infektionen (etwa 70
Prozent) verlaufen ohne Symptome oder nur mit leichten grippeähnlichen
Beschwerden. Ältere Personen und Patienten mit schweren Grunderkrankungen
erkranken mitunter schwer; es kann zu Todesfällen kommen. Da die
Krankheitssymptome vielen anderen Infektionserkrankungen, insbesondere auch
einer Borrelieninfektion ähneln kann, denkt man zuletzt an diese seltene aber
von Zecken übertragenen Erkrankung. Es können auch Mischinfektionen mit
verschiedenen Erregern vorkommen; die richtige Behandlung wird dadurch
erschwert.
Die Organe Milz, Lymphknoten, Knochenmark und Leber sind in schweren Fällen
besonders befallen. Es kommt zu deutlichen Organveränderungen mit krankhaften
Laborwerten, die aber auch bei anderen Erkrankungen anzutreffen sind. Nur eine
sehr spezielle Laboruntersuchungstestreihe ermöglicht eine exakte Diagnose.
Die Behandlung erfolgt mit speziellen Antibiotika.
Eine effektive Übertragung von Ehrlichien auf den Menschen durch Zecken - wie
auch bei Borrelien - benötigt eine Saugzeit von mehr als 24 Stunden, sodass
eine schnelle Entfernung der Zecken mittels eines geeigneten Instrumentes
(Zeckenzange) sehr wichtig ist.
Die Vorbeugung vor Zeckenbissen ist wie immer besonders wichtig!
22.September 2000, entnommen aus den Ärztlichen
Mitteilungen des Deutschen Ärzteblatts Nr.38. Siehe auch unter http://www.aerzteblatt.de
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