Die Legionärserkrankung
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Legionärskrankheit, Legionellose
Legionellen
- Die Legionellose umgangssprachlich als Legionärskrankheit bezeichnet,
ist eine durch Legionellen- Bakterien hervorgerufene schwere Form einer
Lungenentzündung, die bei älteren und immungeschwächten Menschen tödlich
enden kann. Die Legionellen- Bakterien kommen, wenn auch in sehr geringer
Konzentration mit wenigen Keimen pro Liter, in Süßwassergewässern vor. Dort
vermehren sie sich im Inneren von Amöben. Sie vermehren sich aber besonders
stark bei Temperaturen zwischen etwa 30°C und 45°C. Bei Temperaturen über
60°C sterben sie allmählich und bei Temperaturen über 70°C sehr schnell ab.
Penicillin hilft als Therapeutikum nicht, das Mittel der Wahl ist z.B. das
Antibiotikum Erythromycin.
- Allgemeines
Die Legionellose (Legionärskrankheit) ist eine schwere
Infektionserkrankung der Lunge, die durch das Legionärsbakterium mit dem
Fachbegriff Legionella pneumophila ausgelöst wird. Ohne Behandlung mit einem
wirksamen Antibiotikum führt die Erkrankung vor allem bei älteren und
immungeschwächten Menschen in etwa 20% der Fälle zum Tode. Die
Legionärsbakterien verbreiten und vermehren sich vor allem in warmem Wasser mit
Temperaturen zwischen etwa 30°C und 45°C und dort besonders in den
Warmwasserversorgungen z.B. von Hotels, Schwimmbädern, Schulen oder
Wohnhäusern.
- Pontiac-Fieber
Eine andere durch Legionellen verursachte Infektionskrankheit, ist das
sogenannte Pontiac-Fieber, bezeichnet nach der Stadt Pontiac im US-Bundesstaat
Michigan. Dieses Pontiac-Fieber ist einer Grippe vergleichbar und führt zu
keiner Lungenentzündung. Ein tödlicher Verlauf ist bei dem Pontiac-Fieber die
seltene Ausnahme. Insgesamt verläuft diese Erkrankung wesentlich milder als die
Legionärserkrankung.
- Historisches
Der Name Legionärskrankheit stammt von einem Treffen von Veteranen der
US-Streitkräfte im Jahre 1976 in einem großen Hotel in Philadelphia im
Bundesstaat Pennsylvania. Seinerzeit erkrankten von den dort versammelten
älteren Männern 221 an einer schweren Infektion mit Husten, Atembeschweren und
hohem Fieber. Von den Ärzten wurde eine Lungenentzündung diagnostiziert, und
entsprechend mit Penizillin behandelt. Doch die Behandlung blieb ohne Erfolg, so
dass 34 der Erkrankten verstarben. Erst etwa ein halbes Jahr später, im Jahr
1977, wurde der Erreger dieser anfangs mysteriösen Erkrankung von Mc Dade und
anderen in den USA diagnostiziert. Es war das Bakterium mit dem heutigen Namen
Legionella pneumophila.
In Berlin wurden im Januar/ Februar 2001 unter großem Medieninteresse
eine Reihe von Schwimmbädern wegen des Befalls mit Legionellen geschlossen.
Menschen wurden glücklicherweise wegen der rechtzeitigen Reaktion der Behörden
dabei nicht infiziert. In der spanischen Stadt Murcia kam es im Juli 2001 zu einem Ausbruch der
Krankheit mit über 600 erkrankten Personen und zwei Todesfällen. In der nord-westenglischen Stadt
Barrow-in-Furness brach die Erkrankung
Anfang August 2002 mit rund 50 Betroffenen aus. Eine Person verstarb an der
Infektion. Als Infektionsherd wurde die Klimaanlage eines örtlichen
Bürgerzentrums mit relativ starkem Publikumsverkehr ausgemacht.
- Der Erreger
Der Erreger ist relativ schwer nachweisbar, daher wurde er auch erst im
Jahre 1977 von Mc Dade und anderen in den USA identifiziert. Es handelt sich um
Legionellen. Es gibt eine Reihe verschiedener Arten der Legionellen. Der
spezielle Erreger der Legionärserkrankung (Legionellose) ist das Legionella
pneumophila. In der Lunge des Menschen vermehren sich die Legionellen in den
Monozyten, also einer bestimmten Art von Leukozyten. Dieses Bakterium ist ein
gram-negatives Stäbchenbakterium. Gram-negativ bedeutet, dass es sich nach der
Färbemethode des Arztes Hans C. Gram (1853 -1938) rot anfärben lässt.
- Übertragungswege
Die Legionärsbakterien werden über zerstäubtes Wasser oder als
Aerosole, so beim Duschen oder durch Klimaanlagen, Whirlpools u.ä. über den
Nasen- Mund- Rachenraum in das Bronchialsystem übertragen. Eine Übertragung
von Mensch zu Mensch gilt als sehr unwahrscheinlich. Unter einem Aerosol
versteht man die feinste Verteilung eines festen oder flüssigen Stoffes, also
hier von Wasser, in einem Gas. Typische Aerosole sind z.B. Nebel oder Rauch.
- Inkubationszeit
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch
der Erkrankung, liegt zwischen 2 und 10 Tagen.
- Häufigkeit
Die Legionärskrankheit wird auch heute noch oft nicht als solche erkannt
und entsprechend behandelt. Nach sehr groben Schätzungen erkranken in der
Bundesrepublik Deutschland jährlich einige Tausend Menschen an dieser
bakteriellen Infektionskrankheit. Dabei muss die Anzahl der nicht erkannten
Krankheitsfälle als hoch angesehen werden.
- Symptome
Die Symptome sind die einer schweren Lungenentzündung mit teilweise hohem
Fieber, Husten, Atembeschwerden und allgemeiner Mattigkeit.
- Diagnose
Eine erste Verdachtsdiagnose ergibt sich aus den vorhandenen Symptomen.
Eine endgültige Sicherheit lässt sich aber erst durch den Nachweis des
Erregers erhalten. Dazu wird ein Antigennachweis im Urin vorgenommen oder ein
mikroskopischer Nachweis über Immunfluoreszenz aus Proben bzw. der Anzucht des
Erregers aus den Atmungsorganen durchgeführt.
- Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit Hilfe von Antibiotika. Als Mittel der Wahl hat
sich dabei u.a. Erythromycin bewährt. Penicillin dagegen ist gegen den Erreger
unwirksam. Neben der ursächlichen (kausalen) Bekämpfung des Erregers kann
zusätzlich eine Behandlung der Symptome sinnvoll sein.
- Tödlichkeit
Bei rechtzeitiger richtiger Diagnose kann diese Lungenerkrankung gut
behandelt werden, so dass ein tödlicher Ausgang mittlerweile relativ selten
ist. Ohne richtige Behandlung jedoch ist ein tödlicher Ausgang vor allem bei
älteren und immungeschwächten Menschen in bis zu rund 20 % der Fälle
möglich.
- Vorbeugung
Der Erreger beginnt bei Temperaturen über 60°C allmählich, bei über 70°C
sehr schnell abzusterben. Daher sollten Warmwasserversorgungssysteme in
regelmäßigen Abständen über 70°C erhitzt werden. Bei vorliegenden
Krankheitssymptomen sollte stets auch an diese Erkrankung gedacht werden und
eine entsprechende Diagnostik durchgeführt werden. Je schneller dann eine
effektive Behandlung erfolgt, umso besser sind die Heilungschancen.
Als Vorsichtsmaßnahme kann man, beim ersten Benutzen einer Dusche in einem
warmem Land, die längere Zeit nicht benutzt wurde, diese erstmal so heiß wie
möglich anstellen, dabei ausatmen, den Raum verlassen und die Dusche ein paar
Minuten laufenlassen. Auf diese Art kann man eventuell den ersten Nebel, der die
meisten Bakterien enthält, vermeiden.
- Rechtliches
Nach dem Infektionsgesetz vom 1.1.2001 ist der Erregernachweis
meldepflichtig. zitiert aus
medicine-worldwide.de
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