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siehe auch Bildergalerie
..bei Kindern ist eine saisonale Erkrankung, die insbesondere in den
Erntezeiten des Sommers, Spätsommers und Frühherbstes auftritt. Im kinderärztlichen
bayerischen Jargon nennt man diese Hauterscheinung
"Beiß" und je nachdem wie die ländliche Umgebung heißt,
stellt man zur Veranschaulichung für die Eltern den betreffenden Ortsteil
gerne dieser Hauterscheinung voran. In München gibt es z.B. für so ziemlich
jeden ländlichen Ortsteil einen solchen "Beiß". Dieser nennt sich
dann "Truderinger",
"Germeringer" oder auch "Haarer" Beiß. Es kann sein, dass
diese Begriffszuordnung nicht über den bayerischen Raum hinaus Gültigkeit
besitzt, sie wird in den anderen Bundesländern lokaltypisch sicherlich anders
genannt. Natürlich gibt es aber sicher auch einen Pinneberger, Bergedorfer
vielleicht sogar einen Kreuzberger "Beiß", nur nennt sich dieser
dann ganz anders. Die Bezeichnung "Beiß" gehört ja nicht gerade
zum kulturhochdeutschen Wortschatz.
Wissenschaftlich nennt man diese harmlose Hauterscheinung auch "Trombikulose".
Zugegeben, vor Abfassung dieser kleinen Abhandlung kannte ich diesen schönen
Namen auch nicht. Voraussetzung für das Erscheinen dieses charakteristischen
Krankheitsbildes sind größere Grünflächen, die die krankmachenden
Grasmilben zur besagten Zeit beherbergen.
Diese Erkrankung ist harmlos und wird hervorgerufen durch sogenannte Herbstgrasmilben
(trombicula autumnalis), welche sich vorzugsweise an den nackten Armen
und Beinen zeigt, gerne aber auch in der Kopfhaut sich einnisten
und nicht selten über den ganzen Körper sich ausbreiten. Sie ist meist mit
einem hartnäckigen Juckreiz verbunden. An der Kopfhaut bilden sich kleine
gelbliche Krusten, die sehr hartnäckig sich halten können. Bei einem ausgeprägten
Befall des Körpers kann man wirklich manchmal an Windpocken denken. Es sind
kleine Pickelchen, aufgekratzte blutige, z.T. verschorfte Wunden, die vom
Verteilungsmuster her den Windpocken ähneln. Zum Unterschied dazu gibt es
jedoch keine mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, allenfalls gelblich
infizierte Krusten, die ja bei Windpocken durchaus auch vorkommen können. Die
Mundschleimhaut ist nicht befallen. Auch das schubweise Auftreten -
charakteristisch für den Windpockenausschlag - fehlt, meist entstehen die Veränderungen
an der Haut über Nacht und verändern sich im Laufe der nächsten Tage wenig.
Als Behandlung ist ein hautschonende Lotio ausreichend, hartnäckig halten
sich die Veränderungen oft auf der Kopfhaut und machen nicht selten eine
energischere Behandlung mit Tinkturen notwendig, die man auch bei
Ungezieferbefall anwendet. Aber auch hier ist eine natürliche Heilung die
Regel.
Milben sind winzige Spinnentiere von überwiegend kugeligen Körperbau
(Verschmelzung von Kopf, Brust und Hinterleib), man kann sie in 4 Gruppen
einteilen, die für den Menschen typische Krankheitserscheinungen hervorrufen
können.
Hautparasiten=Hautschmarotzer
- Krätzmilbe (Scabies=
"Krätze") Kontaktinfektion der Haut, meistens durch engen
Kontakt (Zusammenschlafen von Geschwistern, Geschlechtsverkehr). Auf der
Haut zeigen sich entzündete stark juckende Stellen, die Milben graben
bis zu 10 mm lange Gänge in die obere Hautschicht. Die "Krätze"
ist keine allzu seltene Hauterscheinung, Familienmitglieder sind häufig
miterkrankt. Manchmal schwer zu erkennen, da chronische Veränderungen
bestehen, die schwer einzuordnen sind. Ist nach neuesten Meldungen
wieder im Kommen!
- Haarbalgmilbe sind in den Mitessern, den
Talgdrüsen (= Komedonen) des Gesichts zu finden.
- Räudemilbe der Tiere, die aber selten
auf den Menschen gehen und spontan nach 2-3 Wochen verschwinden. Und
oben aufgeführte
- Ernte- oder Grasmilbe
Asthmamilben
- Hausstaubmilben bzw. Wohnungsmilben verursachen
bei dazu neigenden Menschen ein allergisches Asthma bzw. allergischen
Ekzem. Dabei sind auch Milbenbestandteile wie Chitinmembranen, aber auch
Milbeneier und Kot mit Staub eingeatmet, krankmachend. Sie besiedeln
gerne feuchte Tapeten mit Schimmelpilz (Milben sind
Schimmelpilzfresser!), der ebenfalls asthmaauslösend sein kann. Die
Hausstauballergie ist ein großes und wichtiges medizinisches
Thema und kann hier nur erwähnt werden.
- Kugelbauchmilbe, die vorzugsweise in Mühlen und Getreidespeichern
leben.
Nahrungsmittelmilben
Krankheitsüberträger
- Rattenmilben, Mäusemilben: Hier sind es
die 6-beinigen Larven, die vor allem in tropischen Gegenden zum
Milbenfleckfieber führen können ("Rickettsienpocken" und
"Tsutsugamushifieber").
- Hühnermilben können verschiedene Viren
beherbergen und durch diese zu Hirnhautentzündungen führen.
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