"Hüftschnupfen"


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Bei der "coxitis fugax" (=flüchtige Hüftgelenksentzündung) oder "coxalgia fugax"

handelt es sich natürlich nicht um eine unfallbedingte Erkrankung. Sie täuscht allenfalls eine solche vor: Aus heiterem Himmel beginnt das Kind -insbesondere das Kleinkind - auf einem Bein zu hinken, vermeidet sogar das Laufen, beginnt wieder zu krabbeln oder läßt sich nur noch tragen. Besorgt fragt man nach einem womöglich erlittenen Unfall, der aber in der Regel nicht zu eruieren ist.
Bei der "coxitis fugax" scheint eine flüchtige Gelenksentzündung in der Hüfte vorzuliegen, die einige Tage anhalten kann und sich meistens wieder von selbst gibt. Häufig bestand, besteht oder ist im Entstehen begriffen ein harmloser Virusinfekt, der im Hüftgelenk meist einseitig diese Entzündung oder aber Mitreaktion hervorruft. Die Ultraschalluntersuchung zeigt einen verbreiterten Gelenkspalt. Bei der eigentlichen körperlichen Untersuchung fällt meistens keine Bewegungseinschränkung im Hüftgelenk auf. Auch hohes Fieber wird selten gesehen.

Ohne Behandlung kommt es zur Selbstheilung innerhalb von wenigen Tagen. Erst nach etwa 3-4 Tagen wird man bei einem derartigen "Hüftschnupfen" weitere Untersuchungen anstellen müssen, da man auch im Kindesalter schwerwiegende und dann auch behandlungsbedürftige Gelenkserkrankungen antreffen kann. Auch an die o.g. Grünholzfrakturen muss man denken.

Immer gilt natürlich: Ein gesund wirkendes Kind mit auffälligen Symptomen (hier Hinken) darf immer anders beurteilt werden als ein krank wirkendes Kind mit denselben Symptomen. Das Abwarten in der Kinderheilkunde ist eine Kunst und zeichnet den erfahrenen Mediziner aus.