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Im Klinik- und mehr noch im Praxisalltag gibt es immer wieder
Krankheitsverläufe, die einen im höchsten Maß beunruhigen, in ihrer
Intensität und Unerbittlichkeit überraschen und um das
geundheitliche Wohl des Kindes bangen lassen. Das Kind wirkt
schwerkrank, hinzu kommen alarmierende Laborbefunde, die die Sorge um
das Wohlergehen des Kindes umso berechtigter erscheinen lassen. Darüberhinaus
fehlen äußere Infektzeichen wie Husten, Schnupfen und ähnliches gänzlich,
so dass man bereits hier an etwas Seltenes z.B. an eine Blutvergiftung
( =Sepsis), eine nicht sicht- und hörbare Entzündung wie Osteomyelitis
( =Knochenentzündung), Pyelonephritis( =Nierenbeckenentzündung) oder
sogar Leukämie( =Blutkrebs) oder an irgendeine schwerverlaufende
seltene Infektionserkrankung denken muss.
Im Jahre 1995 habe ich ein damals 6-jähriges
Mädchen behandelt, welches in der Vorgeschichte keine besonderen
Erkrankungen aufzuweisen hatte. Im Kleinkindesalter aber häufige
Mittelohrentzündungen, die zu einer Adenotomie ( Rachenmandel-
Entfernung) führte. Plötzlicher Beginn der Erkrankung
mit hohem Fieber, mehrmaliges Erbrechen, Klagen über Kopfschmerzen.
In den nächsten Tagen weiterhin hohes Fieber, welches gut auf
Paracetamol ansprach. Klagen über flüchtige Schulterschmerzen, kurz
auftretender Ausschlag am ganzen Körper. Nasenbluten und weiter
Klagen über Kopfschmerzen. Fieber über 40 Grad, leichtes Hüsteln,
zeitweise Missempfindungen an Handinnenflächen und Fußsohlen.
Klinikeinweisung mit der Verdachtsdiagnose: Blutvergiftung (= Sepsis). Verlauf:
Die Röntgenaufnahme der Brustorgane war unauffällig. Untenstehende
Laborwerte der Blutuntersuchung. Noch 2 Tage hohes Fieber in der
Klinik, Entfieberung und langsame Besserung des Allgemeinbefindens.
Fieber insgesamt 6/7 Tage. Keine Antibiotikagabe, schnelles Zurückgehen
der hohen Entzündungswerte im Blut. Klinikdiagnose: Hochfieberhafter
Infekt, Verdacht auf Vaskulitis ( will heißen: unbekannte Gefäßerkrankung
in Richtung rheumatisches Fieber). In der Folgezeit immer gesund bis
heute.
Im Jahre 1993: ein 3 1/2 jähriger Junge, der
bisher ebenfalls ganz gesund war. 3 Wochen nach einer
Streptokokkenangina, die mit 10 Tagen Penizillin V behandelt wurde,
erneut hohes Fieber für 3-4 Tagen, danach erhöhte Temperaturen bis
38,5 Grad. Klagen über Übelkeit, Müdigkeit und Schlaflosigkeit.
Fieber wieder ansteigend, Allgemeinbefinden sehr geschwächt,
gelblich-fahle Hautfarbe. Eingewiesen in die Klinik mit
Verdachtsdiagnose Leukämie.
In der Klinik Röntgenaufnahme der Brustorgane unauffällig, weiße
Blutkörperchen gesunken, kein Anhalt für Krebszellen im Blut.
Entlassen ambulant mit den Diagnosen: Fieber unklarer Ursache,
Verdacht auf bakterielle Infektion, Ausschluß Lungenentzündung. Auch
hier schnelle Normalisierung der Entzündungswerte im Blut, langsame
Besserung des Allgemeinbefindens, keine Antibiotikabehandlung.
Weiterhin gesundes Kind.
Im Oktober 1999
erkrankte ein gut 2-jähriges Mädchen, nachdem eine
Brechdurchfallserkrankung überstanden war, an hohem Fieber. Keine äußeren
Infektzeichen, hohes Fieber über 40 Grad, gut auf Paracetamol
ansprechend. Am 4. Erkrankungstag wurden unten aufgeführte Blutwerte
erhalten, Stuhl und Urinuntersuchungen blieben negativ. Eine Röntgen-Aufnahme
der Brustorgane in der Kinderklinik zeigte keinen krankhaften Befund.
Nach insgesamt 8 Tagen hohem Fieber spontane Entfieberung und langsame
Besserung des Allgemeinbefindens. Eine Kontrolluntersuchung zeigten
die Blutwerte unauffällig, die Blutarmut (Hämoglobinwert von 9,9 g%)
hatte sich ebenfalls mit 12,0 g% normalisiert.
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