Zeitbombe Mensch


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Wenn auch die bevölkerungspolitischen Perspektiven in Deutschland für die nächsten Jahrzehnte eher ungünstig, ja deprimierend bezüglich des ausgewogenen Generationenverhältnisses aussehen, explodieren weiterhin nach wie vor in der dritten Welt die Bevölkerungszahlen. 

Die Weltbevölkerung wuchs im 20.Jahrhundert von anfangs 1,8 Milliarden auf nunmehr 6 Milliarden Menschen. Im Laufe von 99,9 Prozent der Menschheitsgeschichte kam die Bevölkerung der Menschen auf gerade 10 Millionen Einwohner! Sehr eindrucksvoll aber auch furchteinflößend wird diese Entwicklung der Weltpopulation im Münchner Museum "Mensch und Natur" veranschaulicht, wo in den letzten Sekunden der Menschheitsgeschichte explosionsartig die Anzahl der Erdbewohner ansteigt. Natürlich hat diese enorme Zunahme der Erdbevölkerung gravierende und elementare Auswirkungen auf Ressourcen und Umwelt. Die Folgen sind schon heute erkennbar: Umweltprobleme, Umweltkatastrophen, Hungersnot in den bevölkerungsreichen Ländern usw. Gerade bevölkerungsreiche Länder müssen ihre natürlichen Ressourcen plündern , um die eigene Bevölkerung mit den nötigen Nahrungsmitteln zu versorgen. Hier ist es der Existenzdruck, der zum Abbau lebenswichtiger Naturreservaten führt. In den westlichen und reicheren Ländern geschieht dieser Abbau lebenswichtiger Energiequellen eher aus Verschwendungssucht oder aus Profitstreben. Ein Teufelkreis! - Eine ernsthafte Umkehr, um diesen existenzvernichtenden Gefahren für die Menschheit zu begegnen, zeichnet sich immer noch nicht ab. Heute sterben jeden Tag 19 000 Kinder unter 5 Jahren infolge von Unterernährung. 

Die Säuglings- und Müttersterblichkeit bleiben hoch, das Ausbildungsniveau niedrig, die Einkommensverteilung ungerecht, die Kapitalbildung gering und die Arbeitslosigkeit hoch. Für viele Menschen bedeuten Kinder ihr einziges Kapital. K. M. Leisinger schreibt in seinem Artikel in der Süddeutschen vom Wochenende (25./26.9.1999), dass vor allem zwei Säulen einer Bevölkerungspolitik mit menschlichen Antlitz notwendig sind: Herabsetzen der Säuglings- und Kindersterblichkeit und noch wichtiger: Die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Gleichstellung der Frau. Denn nur über deren Autonomie und Chancengleichheit kann es zu einer Reduktion der Geburtenrate kommen. Unbestreitbar ist erwiesen, dass mit dem Grad der Gleichstellung von Frauen die Geburtenrate sinkt. Erst wenn eine nachhaltige Befriedigung der Grundbedürfnisse eingetreten ist, kommt es zu einem spürbaren Rückgang der Geburtenrate. Eine Tatsache, die sicher zur Zeit in unserem Lande anzutreffen ist.