Zahnen und Fieber


Zahnen und Fieber |Durchfall | Durchfallbehandlung | Motorische Entwicklung


Zahnen

Das erste Lächeln des Babys wird in der Stille und mit innerem Glücksgefühl registriert (etwa 6. Lebenswoche). Dem Kinderarzt wird darüber meist nicht gesprochen. Der erste Zahn aber ist ein Event, ein tiefst mythologisch-ethnologisch besetztes Ereignis, auf den die ganze -heute ja selten gewordene Großfamilie- wartet. Kaum ist die Hand- Mund-Koordination so um den dritten Lebensmonat herum eingetreten und die Babies fummeln entdeckungsfreudig mit ihren Händchen/Fäustchen im Mundbereich herum, schreit es aus allen Richtungen: der erste Zahn kommt ! Es wird geschmiert, gekügelt und gerieben und siehe da, das vermaledeite Zähnchen kommt nicht. Aber keine Sorge, es kommt immer! Meistens um den 5. bis 6. Monat herum, manchmal etwas früher, manchmal etwas später. Es gibt Zähnchen, die bereits bei der Geburt vorhanden sind, aber auch welche, die nach dem ersten Geburtstag erst zum Vorschein kommen. 

Meist ist es ein unterer Schneidezahn (s. Milchgebiss). Die Abb. ist der Homepage Dr. Riechert entnommen.

Da dem ersten Zahn eine so große Bedeutung widerfährt, werden viele Symptome, die mit dem Zahnen nichts zu tun haben, gerade diesem zugeschrieben. In aller erster Linie ist hier hohes Fieber zu nennen. Nach meinen Erfahrungen machen die ersten Zähne in den ganz seltensten Fällen hohes Fieber, sondern dieses ist in der Regel Virusinfekten zuzuschreiben. Gelten lasse ich: Unruhigsein, Schreien, wunder Po und auch leichte enteritische (Durchfall) Symptome, allenfalls subfebrile (erhöhte Temperatur um 38 Grad) Temperaturen. Aber nie Fieber über 39 Grad!


Fieber

Auch mit dem Fieber hat es so seine Bewandtnis. Zweifellos ist Fieber eine natürliche Reaktion des Organismus auf einen viralen/ bakteriellen Infekt. Trotzdem darf man, soll man, ja muss man in manchen Fällen die erhöhten Temperaturen senken. Immer wieder hört man die Meinung: "aber man dürfe in den Abwehrkampf des Organismus nicht eingreifen, das Fieber wäre ja so wichtig." Lieber versuche man es mit Wadenwickel, Einläufen und allen möglichen mehr. Aber das Paracetamol-Zäpfchen/Saft ist eleganter, wirkt prompt und ist sehr viel erfolgsversprechender. Beide, natürliche (aber ineffektive) wie chemische Behandlungsmaßnahmen tun dasselbe: nämlich die Körpertemperatur senken, das Allgemeinbefinden des Patienten verbessern, und die Erkrankung diesem erträglicher zu machen.
  Überdies gibt es Fieberkrämpfe, gibt es eine hyperpyretische Toxikose (das ist eine Art Stoffwechselentgleisung durch das hohe Fieber); hier kann das Fieber allein das Krankmachende sein. Wann muss man in Sorge um sein Kind sein? Welche Temperatur gilt als sehr gefährlich? Mit Sicherheit ist eine Temperatur über 41 Grad sehr besorgniserregend. Es ist aber immer der Gesamteindruck des Kindes wichtig. Tobt es mit 40 Grad noch durch das Zimmer oder spielt vergnügt, muss man auch bei 40 Grad und darüber nicht in Panik ausbrechen. Ist der Allgemeinzustand aber schlecht: Schaut das Kind blass aus, ist geschockt, zeigt kalten Schweiß, ist im Wesen verändert, dann muss man den Arzt oder das Krankenhaus aufsuchen.