Durchfall


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Das ist natürlich jetzt keine Weisheit sondern allenfalls eine Binsenweisheit. Aber es ist erstaunlich, dass doch immer wieder Probleme auftreten können, eine Durchfallserkrankung - häufig verbunden mit Erbrechen - richtig zu behandeln. Bei diesem sogenannten Brechdurchfall handelt es sich meist um eine Virusinfektion. Je jünger die Kinder, desto eher die Gefahr einer Austrocknung des Körpers (Exsikkose) und damit verbunden eines Mangels von lebenswichtigen Mineralstoffen (Elektrolyten). Eine diese Gefahren vermeidende Behandlung tut deswegen Not und die Durchfallsbehandlung mittels Diät wird begonnen.

Das ist jedem bekannt und jeder Erwachsene verhält sich automatisch bei einem derartigen Infekt richtig: Anfangs isst er gar nichts, weil er ja auch keinen Appetit hat und beginnt dann langsam und vorsichtig mit Tee und Zwieback, um behutsam steigernd über Schonkost zur normalen Kost überzugehen.Im Grunde ist es bei Kindern nicht viel anders, nur dass hier der Organismus sehr viel stärker auf Flüssigkeits -,Kalorien - und Mineralienverlust reagiert. Das wissen wir ja aus der dritten Welt, wo Durchfallserkrankungen bei Kindern ein großes und häufig nicht selten noch zum Tode führendes medizinisches Problem ist. In unserem Lebensraum sind die Kinder jedoch in der Regel wohlgenährt und man muss nicht allzusehr auf die Kalorienzufuhr achten.

Es gilt zuallererst die Symptome wie Durchfall und Erbrechen zu stoppen und wenn dies gelingt, ist die Gefahr auch schon vorüber. Aber! und deswegen der kleine Ausflug in dieses Thema: Es fehlt mitunter an der Konsequenz und an der Kontinuität, diese Diät in ausreichendem Maße streng und lange genug durchzuführen. Häufig wird, nachdem die akute Symptomatik nicht mehr so besorgniserregend ist und das Kind wieder nach kräftigeren Mahlzeiten ruft, zu schnell auf Normalkost übergegangen und provoziert dadurch einen Rückfall der Durchfallserkrankung. Die Infektion hinterlässt ja eine Irritation bzw Schädigung der Darmschleimhaut und es bedarf einer geraumen Zeit, um eine Erholung bzw volle Funktionsfähigkeit derselben zu ermöglichen. Das, was ich hier weitergeben möchte, ist: Krankheiten konsequent und ausreichend lange behandeln! Dieses Prinzip gilt im übrigen in der gesamten medizinischen Heilkunde! Im übrigen bedarf es nach meiner Meinung keiner zusätzlichen Medikamente, die einzeln auf die Symptome gerichtet sind: also keine Zäpfchen gegen das Erbrechen, keine Kapseln, Säfte o.ä. gegen den Durchfall. Diese sind allenfalls als Zusatzbehandlung in seltenen Fällen notwendig, häufig aber entbehrlich. Antibiotika sind natürlich nicht notwendig, selbst wenn es sich um Salmonellen handeln würde. Deswegen bringt eine Stuhluntersuchung bezüglich der Behandlungsform keine zusätzliche Information, allenfalls eine Aussage über die Infektiosität der Durchfallserkrankung (z.B. Salmonellen, Shigellen, Rotavirus). In ganz, ganz seltenen Fällen muss man bei blutigen Durchfällen - hervorgerufen durch Staphylokokken (staphylococcus aureus) - eine Antibiotikatherapie durchführen. Und noch etwas: Jene Eltern, die alles mit natürlichen Mitteln behandeln wollen, rufen nach einer durchgemachten Durchfallserkrankung ihres Kindes nicht selten nach einem Darmtherapeutikum, um die Darmschleimhaut wieder aufzubauen. Gerade diesen Eltern sollte klar sein, daß auch nach einer Durchfallserkrankung die Selbstheilung das Natürlichste und Erfolgreichste ist.
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